Telefonieren vom Festnetz in Mobilfunknetze wird günstiger

Da ich mich in meiner Diplomarbeit mit dem Thema Mobilfunkmarkt intensiv beschäftige, begleite ich die dazugehörige Bericherstattung kritisch. Ein großes Ärgernis waren bisher, insbesondere die hohen Terminierungsentgelte für Anrufe aus dem Festnetz in die Mobilfunknetze. Die EU Kommission hat schon seit geraumer Zeit Druck auf die deutsche RegTP ausgeübt, damit diese endlich regulierend eingreift und den Mobilfunknetzbetreiber auf die “Finger” klopft.

Hintergrund: Im Mobilfunkmarkt muss differenziert werden zwischen Endkundenmarkt und Vorleistungsmarkt (Zugangsmarkt). In der Diskussion um die Intensität des Wettbewerbs auf dem Mobilfunkmarkt, ging es primär um die Marktdefinition für den Vorleistungsmarkt. Folgt man nämlich einer engen Marktdefinition, so liegt eine einzelmarktbeherrschende Stellung durch die Netzbetreiber auf dem Markt für Zusammenschaltung vor. Damit ist gemeint, dass die Terminierung (Zustellung) eines Anrufes, aus einem beliebigen Telekommunikationsnetz in ein Mobilfunknetz, in der Regel nicht substituierbar ist. Ein Teilnehmer im T-Mobile Netz, kann nicht über ein anderes Mobilfunknetz in Deutschland erreicht werden. Der Anruf kann nur von T-Mobile zugestellt (terminiert) werden.

Folgt man dieser engen Markdefinition, so sind alle vier Netzbetreiber im deutschen Markt Monopolisten für Terminierungsleistungen im eigenen Netz. Schaut man sich nun die Terminierungsentgelte an, um die es aktuell in der Diskussion geht, so ist davon auszugehen, dass die Netzbetreiber ihre marktbeherrschende Stellung ausgenutzt haben um überhöhte Entgelte zu fordern.

Die jetzt, ohne aktives Eingreifen der RegTP, erzielte Einigung bringt niedrigere Gebühren für die Endverbraucher. Fraglich ist trotzdem jedoch, ob die neuen Entgelte den Gebühren entsprechen, die sich unter vollständiger Konkurrenz ergeben würden.
Link zum FAZ Artikel

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